8 erschreckende Zahlen zur Plastikverschmutzung

OCEAN MATERIAL | 1. MÄRZ 2025 | 15 MIN.
8 Zahlen zur Plastikverschmutzung, die Sie kennen sollten
Kunststoffe sind im Alltag nützlich, doch schlecht bewirtschaftete Abfälle können Tiere und Ökosysteme schädigen. Die folgenden Zahlen stammen aus unterschiedlichen Studien und Jahren: Sie beschreiben Abfallaufkommen, geschätzte Meereseinträge, Umweltfolgen und Szenarien. Bezugsjahr und Systemgrenze sind dabei ebenso wichtig wie die Zahl selbst.
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1. Rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffabfall im Jahr 2015
Die globale Analyse von Geyer und Kollegen aus dem Jahr 2017 schätzte den 2015 entstandenen Kunststoffabfall auf etwa 302 Millionen Tonnen. Von den bis 2015 insgesamt angefallenen rund 6,3 Milliarden Tonnen Abfall waren etwa neun Prozent recycelt, zwölf Prozent verbrannt und 79 Prozent auf Deponien oder in der Umwelt angesammelt worden. Jährliches Abfallaufkommen, kumulierter Abfall und Produktion sind unterschiedliche Größen. (Geyer et al., 2017)
2. Kunststoffabfall in den USA: 42 Millionen Tonnen im Jahr 2016
Der Bericht der National Academies von 2021 nennt geschätzte 42 Millionen Tonnen Kunststoffabfall in den USA für 2016, etwa 130 Kilogramm pro Person. Gemeint ist Abfallaufkommen, nicht Kunststoffproduktion. In diesem Vergleich lag es höher als das jedes anderen Landes; es handelt sich weder um eine aktuelle Jahresmessung noch um eine Rangliste sämtlicher Verschmutzungspfade. (National Academies, 2021)
3. Eintrag ins Meer: eine Schätzung für 2010, oft auf acht Millionen Tonnen gerundet
Die Studie von Jambeck und Kollegen aus dem Jahr 2015 schätzte, dass 2010 zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Kunststoffabfall vom Land ins Meer gelangten. Das Modell erfasste Küstenbevölkerungen in 192 Ländern. Es misst keine Kunststoffbedeckung von 40 Prozent der Meeresfläche und belegt nicht, dass bereits 2030 mehr Kunststoff als Fisch im Meer wäre. (Jambeck et al., 2015)
4. Ein Szenario von 2020: jährlich 29 Millionen Tonnen bis 2040
Breaking the Plastic Wave modellierte rund elf Millionen Tonnen jährlichen Eintrag 2016 und ohne erhebliche Gegenmaßnahmen 29 Millionen Tonnen 2040. Die häufig genannten acht Millionen Tonnen stammen aus einem anderen Bezugsjahr und Modell; die Werte sind nicht austauschbar. Das Systemwechselszenario könnte den jährlichen Eintrag gegenüber dem Weiter-wie-bisher-Szenario für 2040 um etwa 80 Prozent verringern – nicht 80 Prozent des angesammelten Kunststoffs entfernen. (Pew, 2020)
5. 100.000 Todesfälle: eine historische Schätzung für Meeressäuger und Schildkröten
Der UNEP-Jahresbericht 2011 nannte geschätzte 100.000 Schildkröten und Meeressäuger, die jährlich durch Kunststoffabfälle im Meer sterben. Das ist eine historische Schätzung, keine Zählung aller tot aufgefundenen, verhedderten Meerestiere. Verlorene und aufgegebene Fanggeräte können Tiere festhalten, die Nahrungssuche verhindern und Verletzungen oder Ertrinken verursachen; die jährliche Gesamtzahl ist schwer zu erfassen. (UNEP, 2011)
6. Nehmen Menschen jede Woche fünf Gramm Kunststoff auf?
Die verbreitete Fünf-Gramm-Angabe ist keine gesicherte wöchentliche Dosis für jeden Menschen. Eine Studie von 2021 schätzte anhand uneinheitlicher Expositionsdaten 0,1–5 Gramm pro Woche; eine methodische Prüfung von 2022 zeigte erhebliche Probleme dieser Berechnung auf. Die Exposition hängt von Partikelgröße, Nahrung, Wasser und Messverfahren ab. Den oberen Schätzwert pauschal auf ein Jahr oder ein Leben hochzurechnen ist nicht gerechtfertigt. (Review, 2022)
7. Prognose von 2021: US-Kunststoffemissionen könnten Kohle bis 2030 überholen
Der Bericht von Beyond Plastics aus dem Jahr 2021 schätzte für die untersuchten US-Kunststoffaktivitäten einschließlich Herstellung, Nutzung und Entsorgung mindestens 232 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Unter seinen Annahmen könnten sie die Emissionen der Kohleverstromung bis 2030 übertreffen. Das ist eine datierte Prognose, kein gemessenes Ergebnis für 2030. CO₂-Äquivalente sind keine elektrische Kraftwerksleistung. (Beyond Plastics, 2021)
8. Pandemieabfall: geschätzte 25.900 Tonnen Eintrag bis August 2021
Das Modell von Peng und Kollegen aus dem Jahr 2021 schätzte bis zum 23. August 2021 rund 8,4 Millionen Tonnen pandemiebedingten Kunststoffabfall aus 193 Ländern und etwa 25.900 Tonnen Eintrag ins Meer. Die Schätzungen betreffen diesen Zeitraum und die modellierten Wege, nicht die gesamte Pandemie oder eine direkte Zählung aller entsorgten Masken und Verpackungen. (Peng et al., 2021)
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